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Wer einmal durch die stille, einsame Welt eines Hochmoores gewandert ist, die absolute Ruhe gehört hat, die Libellen über die Moorseen
schwirren sah... der versteht die Faszination welche von diesen einsamen unberührten Flecken Erde in den Höhen des Bayerischen Waldes ausgeht. Wenn man über die Knüppelwege die Hochmoore erreicht fühlt man sich wie in einer anderen
Welt versetzt. Die lautstark zirpenden Grillen, welche man noch auf den Schachten gehört hat sind verstummt... es ist absolut still, nur vereinzelt singt ein Vogel und ein schwacher Windhauch weht über die Latschenfelder. Besonders
am Abend und am Morgen, wenn unzählige Tautropfen alles überziehen und in der Sonne glitzern, kann man die Faszination Hochmoor sehr intensiv genießen. Hochmoore
sind im Bayerischen Wald und besonders im Nationalpark Sumava auf Tschechischer Seite häufig anzutreffen. Eines der beeindruckendsten auf bayerischer Seite ist das Moor um den Latschensee, welches man vom Kohlschachten her auf
einem Knüppelweg erreicht. Der Name Hochmoor kommt nicht, wie man vielleicht vermuten möchte, von der Höhenlage des Moores, sondern von seinem Entwicklungsstadium. Jedes Hochmoor z.B. war zuvor ein Niedermoor.
Niedermoore sind nicht ausschließlich abhängig vom Oberflächenwasser, sondern werden auch noch vom Grundwasser gespeist. Dadurch entsteht hier eine vielfältige Flora. Wenn die Torfschicht jedoch dicker wird, werden die Bedingungen
für viele Pflanzen immer schwieriger, nach einiger Zeit entsteht das Zwischenmoor. Die Torfschicht wird immer (über 5m) dicker bis schließlich nur noch wenige Pflanzen mit den Bedingungen zurecht kommen. Somit kann kein Wasser mehr
in den Untergrund dringen und es entsteht in einem Jahrtausende andauerndem Prozess ein Hochmoor. Die Voraussetzungen für das entstehen eines solchen Moores sind hohe Niederschlagsmengen, niedrige Durchschnittstemperaturen und
Stickstoffarmut des Bodens. An vielen Stellen im Hochmoor sind kleine Seen entstanden, sogenannte Hochmoorseen. Der größte auf Bayerischer Seite ist der Latschensee. Dieser See ist ca. 2m tief, durch sein saures Wasser
leben hier weder Fische noch Frösche, nur Wasserläufer und Libellen kann man am See beobachten. Das Wasser eines Moorsees erscheint fast schwarz, bei Windstille kann man wunderschöne Spiegelungen auf der Wasseroberfläche sehen. Da
die Abflüsse der Hochmoore nach und nach vom Torf überwuchert wurden, konnte kein Wasser mehr abfließen. Bei der Schneeschmelze z.B. floss immer mehr Wasser ab, welches sich staute und Hohlräume im Torf ausschwemmte. Wenn solch ein
Hohlraum einstürzt entsteht eine Moordoline. Wurde dabei der Wasserabfluss abgeschnitten drang Quellwasser an die Oberfläche und es bildet sich ein Moorsee. |